Herr Ernst Birringer vom “Mariazeller Pilgerverein Mauer” hat uns zwei Gebetstexte geschickt. Das erste Gebet stammt von Herrn Pfarrer Josef Kantusch:

Herr Jesus Christus, Du hast gesagt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ Du weißt, was Krankheit und Leid für uns Menschen bedeuten. Wir bitten Dich in dieser Zeit, in der weltweit das Corona-Virus um sich greift, so viele Menschen schon an dieser Krankheit leiden und so viele Menschen in Angst und Sorge für sich und ihre Angehörigen leben. Zu Dir, unserem Heiland und Herrn, nehmen wir Zuflucht. Du bist der beste Arzt, der in Krankheit und Schwierigkeiten alle Angst von uns nehmen kann und der uns führt und begleitet durch diese Zeit. Amen.

 

Das zweite Gebet stammt vom Theologen Johannes Hartl, dem Leiter des Gebetshauses Augsburg:

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind und für alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du ihre Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke!

Seligsprechung am Heldenplatz 1998

Es war DAS Jahrhundert-Fest für alle Katholiken der Pfarren Reindorf und Fünfhaus, das vor 20 Jahren, am 21. Juni 1998 mit der Seligsprechung von Pater Anton Maria Schwartz durch Papst Johannes Paul II. am Wiener Heldenplatz begonnen hatte und das mit einer riesigen Prozession zum Grab des Seligen im Kalasantinum seinen Abschluss fand.

Papst Johannes Paul II. sagte damals in seiner Predigt:
<< Pater Anton Maria Schwartz hat sich in schwierigen Zeiten vom Los der Arbeiter anrühren lassen. Vor allem den jungen Menschen in der Ausbildung, den Lehrlingen, widmet er sein Leben. Seine Herkunft aus ärmlichen Verhältnissen vergisst er nie, so dass ihn mit den Bedürftigen aus dem Arbeitermilieu eine Herzensverwandtschaft verbindet. Um ihnen zu helfen gründet er die „Kongregation der frommen Arbeiter“ nach der Regel des heiligen Josef von Calasanz, die bis heute blüht. Eine große Sehnsucht erfüllt ihn: eine Gesellschaft im Umbruch zu Christus zurückzuführen und sie in Christus zu erneuern. Er hat Verständnis für die Not der Lehrlinge und Arbeiter, denen oft Halt und Orientierung fehlt. Mit Phantasie und Liebe wendet er sich ihnen zu. Er findet Mittel und Wege „die erste Arbeiterkirche Wiens“ zu bauen. Verborgen und bescheiden, ohne sich abzuheben zwischen Häusern mit kleinen Wohnungen, gleicht das Gotteshaus dem Wirken dessen, der es errichtet und vierzig Jahre lang mit Leben erfüllt hat. >>

Das Pfarrgebiet von Reindorf war damals mitentscheidend für den Weg, den Anton Maria Schwartz ging:
Um 1870 war Anton Maria Schwartz im Wiener Priesterseminar und hatte nach dem Empfang der sogenannten Niederen Weihen an Sonntagen in den Vororten von Wien zu assistieren. Dabei kam er nachweislich auch in unsere Pfarre. Zweifellos sind ihm auf dem Weg dorthin die großen sozialen Nöte dieser Zeit begegnet, sodass er wohl schon damals darüber nachgedacht hat, wie man hier wirkungsvoll und effektiv helfen könnte. Nach seiner Kaplanszeit in Marchegg wurde er wieder in das Pfarrgebiet von Reindorf geführt. Im damaligen Spital in der Sechshauser Straße bei den Barmherzigen Schwestern (heute ist dort ein Schulgebäude) kam es zu der denkwürdigen Begegnung mit dem sterbenden Lehrling, der ihm sagte: „Für alles gibt es Ordensgemeinschaften, nur für uns Lehrlinge nicht!“ Somit hängt die Kalasantiner-Gründung auch wesentlich mit unserem „alten“ Reindorf-Gebiet zusammen (siehe Kalasantinerblätter 2014/4).

Die akademische Malerin und Pfarrgemeinderätin Inge Opitz (1941-2007) malte 1999 für unsere Pfarrkirche das Bild vom seligen Pater Anton Maria Schwartz mit den Stationen seines Lebens. Seit 2002 gibt es, für alle Messbesucher sichtbar, unterhalb des Gemäldes einen Reliquienschrein, der heutzutage normalerweise nur mehr in Altären eingeschlossen wird. – Eine Bitte um Fürsprache an den seligen Pater Schwartz ist sicher immer nützlich, wenn man an diesem Bild mit beigefügten Reliquien vorüber geht.

Porträt von Pater Anton Maria Schwartz

Pater Schwartz (gemalt von Inge Oppitz)

Seliger Pater Schwartz, sei du Fürsprecher der Jugend, der Arbeitslosen, aller Geschäftsleute, aller Menschen, die hier arbeiten und wohnen, damit sie mit Gottes Segen und der Kraft seines Geistes immer die richtige Arbeit finden und ein frohes, erfülltes Leben führen können, in dem sie das Leuchten des Kreuzes des Auferstandenen sehen dürfen. Amen.

Autor: Erwin Matl